prezentation

Präsentationsdesign und Vortrag

Planung einer Präsentation – Fragen

Aus gegebenem Anlass: Wenn wir gebeten (oder gedrängt) werden, eine Präsentation zu halten, sollten wir uns einige Fragen stellen, so dass wir uns optimal darauf vorbereiten können.

In diesem Artikel schreibe ich, welche Fragen ich mir oder meinem Auftraggeber in einer solchen Situation stelle. Häufig ergeben sich weitere Fragen auf Basis der Antworten. Diese Fragen sind aber ein guter Ausgangspunkt:

  • Was ist das Thema?
  • Wie viel Zeit habe ich für den Vortrag?
  • Wer ist das Publikum?
  • Was ist das Ziel?
  • Wie steht die Zielgruppe zu Thema und Ziel?
  • Wo findet der Vortrag statt?

Was ist das Thema der Präsentation?

Die Frage ist offensichtlich. Die Antwort häufig nicht. Wenn unser Kunde uns sagt «Präsentieren Sie doch bitte am kommenden Dienstag mal das Projekt.» kann das so vieles heissen … soll ich den Status des Projektes vor Budgetverantwortlichen vorstellen, die Projektidee gegenüber Mitarbeitern des Kunden oder das geplante Ergebnis gegenüber Endanwendern?

Erst wenn die Frage nach dem Thema im Detail geklärt ist, kann ich mich gut auf die Präsentation vorbereiten oder auch sagen, dass ich nicht die richtige Person dafür bin.

Wie viel Zeit habe ich für den Vortrag?

Es ist sehr unangenehm, mit einer halbstündigen Präsentation anzukommen und dann nur 10 Minuten Zeit zu haben. Andersrum ist es besser, aber auch nicht wirklich gut. Generell sollten wir nur rund zwei Drittel der Zeit für eine Präsentation /einen Vortrag nutzen, um dem Publikum Möglichkeiten für Fragen zu lassen (oder für eine kurze Kaffeepause). Die vorgegebene Zeit zu überziehen ist unhöflich gegenüber den Teilnehmern und potentiell nachfolgenden Vortragenden.

Wer ist die Zielgruppe?

Ja: Die Präsentation sollte für jede Zielgruppe anders sein, da die Interessen und das Grundwissen jeder Zielgruppe anders sind. Wenn ich einen Vortrag über Astrophysik halte, sollte dieser sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob ich die Mitarbeiter der Astrophysik einer Universität, interessierte Erwachsene oder eine Grundschulklasse vor mir habe. Das ist offensichtlich.

Wenn ich jetzt aber bei obigem Beispiel bleibe: Stelle ich die Budget- und Terminsituation eines Projektes dar, muss ich auch hier nach Zielgruppen unterscheiden:

  • Projektmitarbeiter werden sich mehr für die internen Auswirkungen interessieren, wie zum Beispiel Mehrarbeit, um einen zwingenden Zieltermin zu erreichen.
  • Die Budgetverantwortlichen interessieren sich auch für die Mehrarbeit, aber weniger dafür, wer was machen muss, und mehr dafür, welche kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen das auf’s Budget hat.
  • Die Anwender interessieren sich weder für das eine, noch für das andere. Müssen aber aus Termin- oder Budgetgründen Funktionalitäten gestrichen oder verschoben werden, interessiert sie das in der Regel sehr.

Was ist das Ziel?

Soll ich meine Zuhörer über die aktuelle Situation informieren oder will ich sie von einem neuen Vorgehen überzeugen? Oder brauche ich sogar Ihre Ideen und Unterstützung, um ein Ziel zu erreichen?

Die Informationen und Daten, die dem Ganzen zugrundeliegen, werden in allen Fällen gleich sein. Die Aufbereitung aber sehr unterschiedlich.

Wie steht die Zielgruppe zu Thema und Ziel?

Stehe ich vor Budgetverantwortlichen, die zufrieden sind und keinen Spardruck der Organisation spüren? Oder haben sie das Gefühl, sowieso schon viel zu viel für viel zu wenig ausgegeben zu haben (und haben eine Geschäftsleitung im Nacken, die sparen will … koste es, was es wolle).

Im zweiten Fall muss ich mein Augenmerk mehr darauf richten, was erreicht wurde. Ich muss die Kritikpunkte aufgreifen (und idealerweise entkräften können)

Wo findet der Vortrag statt?

Habe ich dort einen Beamer? Habe ich ein Whiteboard (und funktionierende Stifte)? Habe ich ein Flipchart (und auch funktionierende Stifte)? Sitzen zehn Leute in einem Raum für acht oder 80? Wenn es ein grosser Raum ist: Habe ich ein Mikrofon? Es gibt nichts verstörenderes als mit einem kleinen Raum im Kopf zu erscheinen um dann ein Auditorium vorzufinden.

Und dann die generelle Frage

Wenn wir rausgefunden haben, dass wir eine Zielgruppe über den aktuellen Stand informieren sollen und diese denselben Informationsstand hat, wie wir, und auch noch voll und ganz unserer Meinung ist: Was soll das? Kann man die Zeit nicht sinnvoller nutzen? Ein anderes Thema angehen, gemeinsam einen Kaffee trinken oder das Ganze absagen?

Logitech Presenter R400, R700 und R800 mit Keynote

Leider funktioniert das hier beschriebene Tool Karabiner noch nicht unter Mac OS X 10.12 Sierra. Hier gibt es eine Beschreibung, wie dieses Problem mit dem (kostenpflichtigen / 36$) Tool «Keyboard Maestro» gelöst werden kann. Ich werde hier updaten, sobald Karabiner bereit für Mac OS X 10.12 Sierra ist, da diese Lösung eleganter ist (kein Ein-/Ausschalten der Übersetzungen, da sie nur auf den Presenter wirken).

«Benutzt eine Fernbedienung für Präsentationen.
Keine Ausreden, muss man haben.»

– Garr Reynolds (@presentationzen) in Remote simplicity

Logitech Professional Presenter R800Entsprechend diesem Motto benutze ich seit langer Zeit eine Fernbedienung (Presentation Remote) bei Präsentationen. Ich empfehle das meinen Freunden, Kunden und wildfremden Leuten, die ich auf der Strasse sehe (ok, überwiegend Freunden und Kunden). Ich lebe in der Schweiz und die Firma Logitech (in Japan heisst die Marke übrigens Logicool) stammt aus der Schweiz. Sie haben ein sehr gutes Design und vor allem produzieren sie sehr wertige Geräte. Die Dinger sind robust und liegen gut in der Hand.

Seit einigen Jahren besitze ich den Logitech Wireless Presenter R400. Und etwas weniger lang den R800, den es jetzt schon nicht mehr gibt. Seit 2014 besitze ich nun auch den R700. Der Grund dafür ist, dass ich nicht immer alles sofort finde, was ich in meinem Büro suche (speziell wenn es sich in meiner Arbeitstasche befindet, aber das ist ein anderes Thema). Wer vor einer Kaufentscheidung steht und eine Empfehlung braucht: Kauft den R400. Der R700 hat einen grünen statt eines roten Laserpointers und einen integrierten Timer, den ich nie brauche, und kostet das doppelte. Aber ich kann beide Geräte uneingeschränkt empfehlen.

Und hier kommen wir zum Thema Logitech Wireless Presenter am Mac und genauer: Mit Keynote. Logitech unterstützt bei beiden Geräten offiziell nur Windows. In diversen Foren konnte man aber lesen, dass es generell schon geht. Und das kann ich auch bestätigen. Bei PowerPoint für Mac kann man mit den Tasten der Fernbedienung die Präsentation starten, vor und zurück gehen und den Bildschirm ausschalten. Aber: Bei Keynote geht nur das vor und zurück. Sowohl das Starten der Präsentation als auch das ausschalten der Bildschirms gehen nicht.

Das Starten der Präsentation ist auch vom Mac aus möglich. Aber grade wenn in der Präsentation ein Thema diskutiert wird und man die aktuelle Folie ausblenden will um keine Ablenkung zu haben, ist es störend, erst mal wieder zum Rechner laufen zu müssen.

Um die Fernbedienung mit Keynote verwenden zu können (in vollem Umfang), habe ich bisher einen riesigen Workaround bauen müssen – selbst für mein Empfinden als Wirtschaftsinformatiker zu viel Aufwand und zu wenig elegant.

Was ist denn das Problem?

Der Wireless Presenter ist aus Sicht eines Computers nur eine Tastatur mit vier Tasten. Da PowerPoint wesentlich grössere Marktanteile hat, orientiert sich die Standardtastaturbelegung eben daran:

  • — Rechts / Weiter: Page Down
  • — Links / Zurück: Page Up
  • — Starten: Abwechselnd F5 zum starten und ESC zum stoppen
  • — Ausblenden: Punkt

Jetzt funktionieren «weiter» und «zurück» einwandfrei mit Keynote von Apple. Zum Starten der Präsentation wird allerdings die Tastenkombination alt-cmd-p verwendet und zum Aus- und Einblenden der aktuellen Folie «b».

Und was ist die Lösung?

Am vergangenen Wochenende habe ich nun die Software Karabiner von Takayama Fumihiko entdeckt. Diese Software ermöglicht es, eine Tastaturbelegung zu verändern – und zwar sehr präzise: Ich kann festlegen, dass ausschliesslich bei der Tastatur «Logitech Presenter» in der Applikation «Keynote» F5 durch die Tastaturkombination alt-cmd-p und der Punkt («.») durch ein b ersetzt wird. Damit verhält sich die Fernbedienung genau so, wie sie es soll und ich kann sie am Mac mit PowerPoint und Keynote verwenden, ohne irgendetwas umstellen zu müssen.

Der Nachteil ist, dass man eine – für nicht-Informatiker – halbwegs komplexe Konfiguration ausführen muss. Aber das ist nicht so schlimm.

Wie geht das?

Zunächst müsst Ihr Karabiner von Takayama Fumihiko hier herunterladen (und wenn das Ganze bei Euch funktioniert, spendet ihm doch per Paypal oder Kreditkarte eine Kleinigkeit – und zwar hier). Dort ist auch (auf Englisch) beschrieben, wie Ihr es installieren könnt. Insbesondere ab Mac OS X 10.8 Mountain Lion muss man eine Kleinigkeit beachten, damit die Installation klappt.

Einstellungen KarabinerDann startet Ihr Karabiner. In den Einstellungen wählt Ihr «Misc & Uninstall» aus und klickt auf «Open private.xml». Dabei öffnet sich der Finder und zeigt die Datei private.xml an. Diese könnt Ihr mit einem Texteditor öffnen und editieren. Oder Ihr ladet einfach meine private.xml runter (bitte unbedingt mit »Speichern unter«, da Euer Browser möglicherweise teile der Datei nicht anzeigt) und ersetzt die bestehende damit.

Einstellungen Karabiner (Change Key)Und wenn Ihr das gemacht habt, müsst Ihr nur noch auf dem Tab ganz links in den Einstellungen für Karabiner («Change Key») den Knopf «ReloadXML» drücken und danach in der Liste «Logitech Presenter with Keynote» selektieren und die Karabiner schliessen.

Ab diesem Zeitpunkt verhält sich Euer Logitech Wireless Presenter (egal ob R400, R700 oder der alte R800) unter Keynote genau so, wie Ihr es erwarten würdet. Ich bin auf jeden Fall ziemlich dankbar für diese elegante Lösung (und habe dementsprechend auch für Karabiner gespendet).

Und wenn es nicht geht?

Da es inzwischen schon zwei Kommentare gibt, weil die USB-ID des Presenters anders war: Möglicherweise hat Logitech bei neueren Geräten den Empfänger (das kleine Ding für in den USB-Port) geändert. Das hat dann potentiell eine neue USB-ID zur Folge. Das Problem lässt sich aber beheben: Wie Christian Mais in seinem Kommentar schrieb: Der Mac verrät es uns.

Geht auf Apfel () – Über diesen Mac – Weitere Informationen … – Systembericht. Dann wählt Ihr links USB aus und irgendwo auf der rechten Seite findet Ihr den Empfänger und könnt euch dessen Produkt-ID kopieren.

Jetzt nur noch das oben genannte XML öffnen und den Wert zwischen <productid> und </productid> mit dem kopierten Wert ersetzen. Dann sollte es klappen.

Nützliche und hilfreiche Kommentare zu dem Thema findet Ihr auch unter meinem alten Blogeintrag zu diesem Thema: Logitech Presenter R400 und R800 mit Keynote

Ein Plädoyer für Handouts

Handout«Wofür brauche ich denn ein Handout? Auf den Folien steht doch alles Wichtige.» Das höre ich doch relativ häufig und wenn ich es nicht höre, sehe ich es doch meist. Selbst diejenigen, die sich intensiv auf ihre Präsentation vorbereiten, sehen oft keinen Sinn darin, zusätzlich ein Handout zu erstellen.

Ich bin da ganz anderer Meinung: Oft ist es das Handout, das es uns erst ermöglicht, eine wirklich gute Präsentation zu gestalten. Wir können uns auf die Kernaussage und unsere wichtigsten Argumente konzentrieren und haben dennoch Hintergrundinformationen und weitere Details im Handout. So bleiben wir im Vortrag kurz und prägnant. Diejenigen, die weitere Details wollen, können fragen. Und damit wird aus einem passiven Publikum, dessen Köpfe mit Informationen gefüllt werden, interessierte und aktive Teilnehmer, die sich Informationen abholen. Wissen, das ich mir aktiv hole, bleibt viel besser im Gedächtnis, als etwas, das mir erzählt wird.

Der Nachteil dieses Vorgehens ist natürlich der, dass das Gesagte für die Teilnehmer interessant genug sein muss, damit diese weitere Informationen wollen.

Was ist das Handout nicht?

Das Handout ist definitiv nicht ein Ausdruck der Folien – naja, oft ist es das, aber das ist nicht sinnvoll. Wenn ein Ausdruck der Folien reichen würde um alles Wichtige zu begreifen, warum sollte sich noch jemand hinstellen und zu den Folien irgend etwas sagen? Wenn ich alle Details auf die Folien packe, warum sollte noch jemand Fragen stellen? Und vor allem: Wenn zu viele Details auf den Folien stehen, wie sollen diese lesbar/erkennbar bleiben?

Das Handout ist auch nicht ein Foliensatz ergänzt um mein «Redeskript». In meinem Fall wäre das schon unmöglich, weil ich kein Skript habe. Ich habe einen roten Faden und das war’s. Aber auch sonst würde es bedeuten, dass der Foliensatz und das von mir Gesagte alle (Hintergrund-) Informationen beinhalten müssten. Und so kann man sich nicht kurz fassen.

Was ist das Handout?

Zunächst mal ist das Handout eine andere Version unserer Präsentation, zeigt also die Kernaussage und alle vorgebrachten Argumente. Das Handout ist aber insbesondere der Ort, an dem wir all die wichtigen und interessanten Details parken, die für unser aktuelles Publikum und die aktuelle Situation nicht wichtig oder interessant genug sind. Das ermöglicht es uns, die Präsentation kurz und relevant zu halten. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaussage, die wichtigsten Argumente und müssen dennoch nicht auf all die anderen Argumente und Informationen verzichten.

Wenn wir zum Beispiel unser Produkt einem Kunden vorstellen: Brauchen wir wirklich sieben Folien, die die wichtigsten 35 Funktionen des Produktes aufzählen? Sagen wir dem Publikum doch lieber, dass es 200 Funktionen hat und investieren drei oder fünf Folien, um die für diesen Kunden besonders relevanten drei bis fünf Funktionen zu erläutern. Die Liste aller Funktionen (vielleicht sogar mit Beschreibung) landet in einem Handout. Und wenn wir diese fünf Funktionen vorgestellt haben, fragen die Teilnehmer vielleicht nach weiteren Funktionen. Wenn wir diese dann erläutern, haben wir den Kunden erfolgreich als aktiven Partner einbezogen.

Wenn wir unser Unternehmen vorstellen (einem Investor, einem Partner oder einem Kunden), brauchen wir wirklich Folien, die unsere 60 Kunden aufzählen? Konzentrieren wir uns doch lieber auf drei Kunden, die für unseren Zuhörer relevant sind und bringen die Gesamtliste im Handout unter. Statt viele aufzuzählen, konzentrieren wir uns besser auf wenige relevante. Für einen Kunden kann zum Beispiel eine Case-Study interessant sein: «Bei XY standen wir vor einem ähnlichen Problem, das wir gemeinsam wie folgt lösen konnten: …»

Schlechtes Beispiel für eine Folie zum ÜbergewichtWenn wir zeigen wollen, wo die Schweiz im Bezug auf krankhaftes Übergewicht im internationalen Vergleich steht: Müssen wir eine Tabelle mit den Werten der 34 Nationen aus der Studie der OECD an die Wand werfen? Diese zu lesen, sich zu orientieren und sie zu interpretieren ist fast unmöglich. Stellen wir stattdessen 34 Balken der Nationen dar und markieren die Schweiz, wird es schon besser. Besseres Beispiel für eine Folie zum ÜbergewichtAber wir können uns auch auf sieben Nationen beschränken und die Schweiz so platzieren, dass der Platz im Gesamtvergleich klar ist (mit die niedrigsten Werte). So können wir Länder wählen, zu denen das Publikum einen Bezug hat, die Grafik ist übersichtlich und leicht zu erfassen. Und wenn jemand wissen will, wie Neuseeland steht? Dann findet er das im Handout.

Je nach Situation kann das Handout auch eine Produktbroschüre oder eine Imagebroschüre des Unternehmens sein. Bei meinen Präsentationsworkshops ist das Handout ein Buch von Garr Reynolds («Zen oder die Kunst der Präsentation», siehe Buchempfehlungen rechts).

Ein Handout kann aufgrund des Detaillierungsgrades für mehrere Veranstaltungen verwendet werden. Es ist nicht ganz so wichtig, dieses Individuell auf Publikum und Situation anzupassen. Eine Präsentation (im Sinne von Prioritäten der Inhalte und Ablauf) muss immer angepasst sein um optimal zu «funktionieren».

Und was bringt es uns?

Das Handout hilft uns einerseits, Hintergründe und Details weiterzugeben ohne im Vortrag zu überziehen oder zu überfordern. Andererseits hilft es uns ganz persönlich, weil wir in der Vorbereitung die weniger wichtigen Dinge nicht löschen sondern nur verschieben. Wir müssen also keine unserer hervorragenden Ideen und Leistungen aufgeben – stattdessen priorisieren wir.

Die Konzentration auf das Wesentliche ist eines der Hauptkriterien für eine erfolgreiche Präsentation. Wie Garr Reynolds (Twitter: @presentationzen) mal sehr schön sagte: «Be brief, people are busy.» (Fasse Dich kurz, die Leute haben zu tun.) Wenn ich 20 Minuten Zeit habe, plane ich maximal 15 Minuten (eher zwölf) Vortrag, die restliche Zeit ist für Fragen und Diskussionen. Und wenn es davon wenig gibt: Es wird sich keiner beschweren, wenn ich früher als geplant fertig bin.

Logitech Presenter R400 und R800 mit Keynote

Da der Logitech Presenter R800 inzwischen durch den R700 ersetzt wurde und KeyRemap4MacBook jetzt Karabiner heisst, habe ich mich entschlossen, den Artikel zu überarbeiten. Hier ist der Link zur überarbeiteten Version: Logitech Presenter R400, R700 und R800 mit Keynote

«Benutzt eine Fernbedienung für Präsentationen.
Keine Ausreden, muss man haben.»

– Garr Reynolds (@presentationzen) in Remote simplicity

Logitech Professional Presenter R800Entsprechend diesem Motto benutze ich seit langer Zeit eine Fernbedienung (Presentation Remote) bei Präsentationen. Ich empfehle das meinen Freunden, Kunden und wildfremden Leuten, die ich auf der Strasse sehe (ok, überwiegend Freunden und Kunden). Ich lebe in der Schweiz und die Firma Logitech (in Japan heisst die Marke übrigens Logicool) stammt aus der Schweiz. Sie haben ein sehr gutes Design und vor allem produzieren sie sehr wertige Geräte. Die Dinger sind robust und liegen gut in der Hand.

Seit einigen Jahren besitze ich den Logitech Wireless Presenter R400. Und etwas weniger lang den R800. Der Grund dafür ist, dass ich meinen R400 verloren glaubte. Wer vor einer Kaufentscheidung steht und eine Empfehlung braucht: Kauft den R400. Der R800 hat einen grünen statt eines roten Laserpointers und einen integrierten Timer, den ich nie brauche, und kostet das doppelte. Aber ich kann beide Geräte uneingeschränkt empfehlen.

Und hier kommen wir zum Thema Logitech Wireless Presenter am Mac und genauer: Mit Keynote. Logitech unterstützt bei beiden Geräten offiziell nur Windows. In diversen Foren konnte man aber lesen, dass es generell schon geht. Und das kann ich auch bestätigen. Bei PowerPoint für Mac kann man mit den Tasten der Fernbedienung die Präsentation starten, vor und zurück gehen und den Bildschirm ausschalten. Aber: Bei Keynote geht nur das vor und zurück. Sowohl das Starten der Präsentation als auch das ausschalten der Bildschirms gehen nicht.

Das Starten der Präsentation ist auch vom Mac aus möglich. Aber grade wenn in der Präsentation ein Thema diskutiert wird und man die aktuelle Folie ausblenden will um keine Ablenkung zu haben, ist es störend erst mal wieder zum Rechner laufen zu müssen.

Um die Fernbedienung mit Keynote verwenden zu können (in vollem Umfang), habe ich bisher einen riesigen Workaround bauen müssen – selbst für mein Empfinden als Wirtschaftsinformatiker zu viel Aufwand und zu wenig elegant.

Was ist denn das Problem?

Der Wireless Presenter ist aus Sicht eines Computers nur eine Tastatur mit vier Tasten. Da PowerPoint wesentlich grössere Marktanteile hat, orientiert sich die Standardtastaturbelegung eben daran:

  • — Rechts / Weiter: Page Down
  • — Links / Zurück: Page Up
  • — Starten: Abwechselnd F5 zum starten und ESC zum stoppen
  • — Ausblenden: Punkt

Jetzt funktionieren «weiter» und «zurück» einwandfrei mit Keynote von Apple. Zum Starten der Präsentation wird allerdings die Tastenkombination alt-cmd-p verwendet und zum Aus- und Einblenden der aktuellen Folie «b».

Und was ist die Lösung?

Am vergangenen Wochenende habe ich nun die Software KeyRemap4MacBook von Takayama Fumihiko entdeckt. Diese Software ermöglicht es, eine Tastaturbelegung zu verändern – und zwar sehr präzise: Ich kann festlegen, dass ausschliesslich bei der Tastatur «Logitech Presenter» in der Applikation «Keynote» F5 durch die Tastaturkombination alt-cmd-p und der Punkt («.») durch ein b ersetzt wird. Damit verhält sich die Fernbedienung genau so, wie sie es soll und ich kann sie am Mac mit PowerPoint und Keynote verwenden, ohne irgendetwas umstellen zu müssen.

Der Nachteil ist, dass man eine – für nicht-Informatiker – halbwegs komplexe Konfiguration ausführen muss. Aber das ist nicht so schlimm.

Wie geht das?

Zunächst müsst Ihr KeyRemap4MacBook von Takayama Fumihiko hier herunterladen (und wenn das Ganze bei Euch funktioniert, spendet ihm doch per Paypal oder Kreditkarte eine Kleinigkeit – und zwar hier). Dort ist auch (auf Englisch) beschrieben, wie Ihr es installieren könnt. Insbesondere bei Mac OS X 10.8 Mountain Lion muss man eine Kleinigkeit beachten, damit die Installation klappt.

Systemeinstellungen KeyRemap4MacBookDann geht Ihr in den Systemeinstellungen (Apfel oben links – Systemeinstellungen) auf KeyRemap4MacBook. In den Einstellungen wählt Ihr dann «Misc & Uninstall» aus und klickt auf «Open private.xml». Dabei öffnet sich der Finder und zeigt die Datei private.xml an. Diese könnt Ihr mit einem Texteditor öffnen und editieren. Oder Ihr ladet einfach meine private.xml runter (bitte unbedingt mit »Speichern unter«, da Euer Browser möglicherweise teile der Datei nicht anzeigt) und ersetzt die bestehende damit.

Einstellungen KeyRemap4MacBook (Change Key)Und wenn Ihr das gemacht habt, müsst Ihr nur noch auf dem Tab ganz links in den Einstellungen für KeyRemap4MacBook («Change Key») den Knopf «ReloadXML» drücken und danach in der Liste «Logitech Presenter with Keynote» selektieren und die Einstellungen schliessen.

Ab diesem Zeitpunkt verhält sich Euer Logitech Wireless Presenter (egal ob R400 oder R800) unter Keynote genau so, wie Ihr es erwarten würdet. Ich bin auf jeden Fall ziemlich dankbar für diese elegante Lösung (und habe dementsprechend auch für KeyRemap4MacBook gespendet).

Zen oder die Kunst der Präsentation – 2. Auflage

Zen oder die Kunst der Präsentation - Zweite AusgabeAm 28. März 2012 ist die zweite (überarbeitete) Ausgabe von Garr Reynolds' (Twitter: @presentationzen – Blog: presentationzen.com) Zen oder die Kunst der Präsentation erschienen. Es ist die deutschen Ausgabe von Presentation Zen.

Die englische Ausgabe habe ich bereits im Dezember erhalten und gelesen. Für mein Review wollte ich aber auf die Verfügbarkeit der deutschen Ausgabe warten. In der Folge könnt Ihr lesen, was neu ist, was geblieben ist und ob es sich lohnt, die zweite Ausgabe zu kaufen.

Was ist neu?

Wenn man sich das Inhaltsverzeichnis anschaut, fallen zwei Dinge auf: Zum einen hat die zweite Ausgabe rund 70 Seiten mehr, was auch schon auffällt bevor man das Buch aufschlägt. Und zum anderen gibt es ein vollständig neues Kapitel «Engagement ist notwendig» zum Thema Vortrag.

Garr hat wirklich alles überarbeitet; an einigen Stellen Formulierungen verbessert, an anderen die Inhalte aktualisiert und erweitert (auch im Bereich Präsentationen hat sich seit der ersten Ausgabe von Anfang 2008 einiges getan). Und natürlich gibt es neue Beispiele, Studien und Gastbeiträge.

Zum neuen Kapitel «Engagement ist notwendig» sei zunächst angemerkt, dass die Übersetzung ins Deutsche etwas holprig ist (wie bei so vielen Übersetzungen). Es geht nämlich darum, aus passiven Zuhörern und Zuschauern mehr zu machen – nämlich aktive Teilnehmer.

Und dabei helfen uns Emotionen. Sie integrieren die Teilnehmer, machen sie zu einem Teil unseres Vortrages.

Dazu brauchen wir einerseits unsere authentischen Emotionen (nichts wirkt unglaubwürdiger als gespielte Begeisterung). Andererseits müssen wir auch die Emotionen unserer Teilnehmer wecken. Garr beschreibt hier sehr gut, wie wir ein Gemeinsamkeitsgefühl finden, welche einfachen Ideen dabei helfen, die Lücke zwischen Präsentierendem und Publikum zu schliessen.

Dieser Bereich ist besonders für die IT-Branche (in der ich arbeite) und für die Deutschsprachigen (was ich bin) schwierig. Wir «wissen», dass nur harte Fakten zählen und Emotionen generell unprofessionell sind. Professionell oder nicht: Gefühle sind der beste Weg, näher zu unserem Publikum zu kommen, es zu erreichen.

Was ist geblieben?

Zen oder die Kunst der Präsentation ist meiner Meinung nach immer noch das Standardwerk für den Einstieg in die Welt der besseren Präsentationen. Durch die Erweiterungen ist es aber vollständiger, runder geworden.

Garr führt uns durch die wesentlichen Schritte für eine gute Präsentation: Die Vorbereitung, das Design und den Vortrag.

Der Aufbau ist wie gehabt: Nach einer allgemeinen Einleitung geht es zunächst um die Vorbereitung und Planung, dann um das Design der visuellen Hilfen (Folien) und zum Schluss um den Vortrag selber.

Das Buch ist immer noch ein hervorragendes Beispiel für liebevolles Design. Und auch der Inhalt des Buches bleibt hochwertig: Dank eines roten Fadens und vieler klarer Beispiele versteht man die Gedanken und Ideen sehr gut. Es fällt leicht, diese in eigenen Präsentationen anzuwenden.

Und wie ist die zweite Auflage so?

Ich persönlich war schon von der ersten Auflage begeistert und habe sie als «Handout» für meine Workshops und Coachings verwendet. Ausserdem habe ich sie häufig an Freunde, Arbeitskollegen und Kunden verschenkt (Vorsicht, unkommentiert kann das als Kritik aufgefasst werden!). Insgesamt habe ich sicher so um die 200 Exemplare (Englisch, Deutsch und Französisch) der ersten Auflage gekauft und weitergegeben. Man könnte also sagen, dass ich überzeugt bin.

Garr hat es tatsächlich geschafft, dass die zweite Auflage runder, vollständiger ist. Nach dem Lesen der zweiten Auflage, fehlt mir in der ersten was.

Oder um es kurz zusammen zu fassen: Die zweite Auflage ist eine verbesserte Version einer bereits hervorragenden ersten Auflage.

Soll ich es kaufen?

Wer besser (und anders) präsentieren will, neue Ideen sucht und bereit ist, vom normalen «Death by PowerPoint» abzuweichen, für den ist dieses Buch der ideale Einstieg. Aber Vorsicht: Nach dem Lesen des Buches können Folgekosten entstehen, weil man plötzlich den Bedarf für weitere Bücher von Garr, Nancy Duarte, den Heath-Brüdern oder John Medina entwickelt (siehe Buchempfehlungen in der rechten Spalte).

Wer sich nicht für Präsentationen interessiert und nicht an seinen arbeiten will … der liest das hier wohl eh nicht.

Wer auf der Suche nach einer Anleitung zu PowerPoint (oder Keynote) und all den coolen Animationen ist, für den gilt: Kaufe dieses Buch! Es liefert keinerlei Anleitungen zu diesen Themen, aber es erklärt, warum man diese nicht oder nur sehr spartanisch braucht.

Wer die erste Auflage gelesen hat und das Buch seitdem im Schrank stehen hat, für den gilt: Um es nicht zu lesen, lohnt sich die Investition nicht. Aber es kann ein willkommener Anlass sein, die Ideen mal wieder aufzufrischen.

Wer die erste Auflage – so wie ich – immer mal wieder in den Händen hat, dem sei die zweite Auflage ans Herz gelegt. Mit dem zusätzlichen Kapitel und den vielen kleinen Ergänzungen ist die zweite Auflage definitiv ein Fortschritt und die Investition lohnt sich.

Warnung für Kindle-Benutzer

Die Version für den Kindle von Anfang 2012 ist immer noch die erste Auflage (zumindest war das Mitte April 2012 so). Die ist zwar auch schon ok (das Design ist auf dem Kindle naturgemäss wesentlich schwächer), aber ich würde doch eher noch einen Moment warten und dann die zweite Auflage kaufen – oder für sechs Euro mehr die Papierauflage kaufen.

Allerdings kann man hier bei Addison-Wesley das eBook (oder eine Kombination aus eBook und Papierversion) bestellen. Wichtig ist dabei aber, dass sie sie unter eBook folgendes verstehen: Eine PDF-Datei und die Möglichkeit zum Online-Lesen. Wer es also offline auf iPad oder Kindle lesen will: Es geht zwar mit dem PDF, ist aber nicht optimal.

Ein (englischsprachiges) Review der (englischsprachigen) Second Edition von presentation zen findet Ihr übrigens auf Dirk Hauns (Twitter: @dirkhaun) Blog The Mobile Presenter.

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