prezentation

Präsentationsdesign und Vortrag

Was uns Chi Running für unsere Vorträge lehrt

Cover des Buches Chi Running von Danny & katherine DreyerSeit einigen Monaten vermeide ich Verletzungen und Schmerzen beim Laufen, indem ich Chi Running praktiziere (ChiRunning: Die sanfte Revolution der Laufschule). Der Autor Danny Dreyer rät dazu, die gelernten Dinge im ganzen Leben anzuwenden. Und von Garr Reynolds (Presentation Zen) habe ich gelernt, überall Lehren rund um Präsentation und Vortrag zu suchen.

Chi Running lehrt uns, natürlich zu laufen, so dass wir uns nicht verletzen und mit weniger Anstrengung trainieren können. Und genau das wollen wir doch auch bei Präsentationen und Vorträgen erreichen: Wir wollen natürlich Vortragen, ohne Anspannung und Anstrengung. Die grundlegenden Fähigkeiten für Chi Running werde ich im Folgenden kurz erläutern und den Bezug zur Präsentation herstellen. Diese Fähigkeiten sind auch die Basis für Tai Chi.

Den Geist fokussieren

Beim Chi Running macht der Geist die meiste Arbeit. Er blendet das Geplapper und die Störungen um uns herum aus, so dass wir uns voll und ganz auf unseren Körper konzentrieren können. Wir spüren unsere Bewegung. Wir steuern unsere Bewegung und wir spüren die Veränderungen.

Auch wenn wir Präsentieren, müssen wir ganz im Augenblick sein. Unser Geist ist auf das Publikum und unsere Ziele fokussiert. Wir präsentieren, wir spüren die Veränderungen im Publikum, wir passen unseren Vortrag an und wir spüren wieder die Veränderung. Mit diesem Einfühlungsvermögen sind wir in der Lage, unser Publikum zu erreichen.

Wenn wir bei einer Präsentation mit unseren Gedanken abschweifen, nicht im hier und jetzt sind, sind wir nicht in der Lage, die Situation zu spüren und bewusst zu steuern. Bei den Übungen zum Chi Running und beim Laufen selber lernen wir, uns zu konzentrieren. Wir blenden äussere Einflüsse aus. Wir sind im Augenblick. So kann uns das Laufen für den Vortrag vorbereiten.

Den Körper spüren: Der schnelle Zugang

Wir lernen, unseren Körper zu spüren. Es gibt Übungen, die uns dabei helfen, den Körper wirklich wahrzunehmen und Veränderungen zu bemerken. Jedesmal, wenn wir Laufen, trainieren wir diese Fähigkeit. Wenn etwas nicht rund läuft, stellen wir das schnell fest und können es korrigieren.

Um darin wirklich gut zu werden, sind wir auch auf externes Feedback angewiesen. Wir sehen unsere Körperhaltung im Spiegel, sehen die Bewegung in einem Video, werden von einem Coach beraten. Das Feedback gibt uns die Möglichkeit, unsere eigene Wahrnehmung zu verbessern.

Ähnlich sieht es bei Präsentationen aus. Eine Videoaufzeichnung zeigt uns unsere Schwächen und unsere Stärken. Bisher habe ich zum Beispiel noch niemanden erlebt, der wirklich so nervös wirkte, wie er sich fühlte. Und auch hier ist Training und Feedback wichtig. Wir können uns außerhalb des Alltags treffen und zum Beispiel bei einer Pecha Kucha Night Vorträge halten und damit ohne «Gefahr» üben und wertvolles Feedback von anderen erfahrenen Sprechern bekommen.

Auch die drei Schritte zu einem besseren Körpergefühl kommen uns bei einem Vortrag entgegen:

  • Höre sorgfältig zu: Immer wenn Du eine kleine Anpassung machst, höre auf jede noch so kleine Veränderung. Wie bewegt sich Dein Körper, wie fühlt es sich an?
  • Bewerte die Informationen: Frage Dich, ob Dein Körper sich wie gewünscht bewegt. Tu Dein Bestes um festzustellen, ob die Strategie wirkt oder nicht. Wenn sie funktioniert: Merke Dir, wie es sich anfühlt und wie Du es erreicht hast.
  • Mache kleine Anpassungen: Statt alles über den Haufen zu werfen, mache nur kleine Anpassungen und beobachte wie sie wirken – auf Dich und andere. Wenn Du zu viel änderst, ist es schwer, Ursache und Wirkung zusammen zu halten.

Atmen: Dein Chi anzapfen

Koi mit Luftblasen und offenem MaulAtmen ist eine Fähigkeit, die Kern vieler fernöstlicher Disziplinen ist, wie Yoga, Tantra, Chi Gong oder Meditation. Wer diesen Text liest, atmet wohl auch. Aber wenn wir falsch atmen, reagiert unser Körper mit Unsicherheiten bis zu Angst. Die Angst zu ersticken, nicht mithalten zu können, nicht gut genug zu sein, sich zu blamieren …

Eine ruhige und entspannte Atmung hilft uns, uns beim Training und im Wettkampf sicher zu fühlen. Wir haben mehr Selbstsicherheit und mehr Selbstvertrauen. Das kann uns über große Hürden helfen, uns Leistungen ermöglichen, die wir mal für unmöglich gehalten haben.

Richtiges Atmen während eines Vortrages gibt uns Ruhe und Selbstsicherheit. Die folgenden Punkte können sich negativ auf unsere Atmung bei einem Vortrag auswirken: Flache Atmung, Anspannung oder ein üppiges Mahl direkt vor dem Auftritt. Das Essen können wir einfach vermeiden. Wenn wir bewusst tief in den Bauch atmen, verhindern wir damit eine flache Atmung. Und wenn wir angespannt sind, müssen wir uns einfach nur entspannen.

Entspannung: Der Weg des geringsten Widerstands

Meditation bei SonnenuntergangChi Running lehrt uns, unsere Muskeln zu entspannen, so dass Bewegung einfach stattfindet. Angespannte, verspannte Muskeln hindern uns eher daran, uns gut zu bewegen, als dass sie uns dabei helfen.

Die wichtigsten Schritte zu mehr Entspannung sind Fokus, Körpergefühl und Atmung. Wenn wir uns auf unseren Körper konzentrieren, fühlen, wo wir verspannt sind, können wir unseren Fokus darauf legen, diese Körperteile zu entspannen. So entspannen wir unseren Körper nach und nach.

Auch wenn wir vortragen, ist Entspannung wichtig. Sind wir angespannt, leidet die Natürlichkeit unseres Vortrags darunter. So wird es schwer, sich sicher zu fühlen und im Augenblick zu sein. Es hilft, wenn man vor einer Präsentation/einem Vortrag eine Routine hat. Das kann eine stille Meditation sein, eine Viertelstunde Hardrock vom iPod oder Stretching – einfach irgend etwas, das uns entspannt. Dabei ist es vollkommen egal, was andere von dieser Routine halten, ob sie komisch wirkt.

Mir persönlich hat das Buch Chi Running von Danny Dreyer in vielerlei Hinsicht geholfen. Neben dem schmerzfreien Laufen habe ich viel für mein Arbeits- und Privatleben mitnehmen können. Und das eben auch für Vorträge und Präsentationen.

Hans Rosling wieder aufgegriffen: Mischen analoger und digitaler Visualisierungstechniken

Dieser Text erschien im Original am 12. Juli 2010 auf Presentation Zen unter dem Titel «Hans Rosling redux: Mixing analog with digital visualization». Die Übersetzung erfolgte durch prezentation.ch mit freundlicher Genehmigung des Autors Garr Reynolds. Folgt Garr auf Twitter unter @presentationzen.

Ihr habt vielleicht bereits Hans Rosling’s Präsentation zur Entwicklung der Weltbevölkerung gesehen, bei der er die coole Gapminder Software nutzt. In seiner neuesten Präsentation — seiner sechsten für TED — fügt er auch noch analoge Technik hinzu. Diese neue analoge Lehrmethode hat er bei Ikea aufgenommen, sagt er. Die Präsentation unten ist hevorragend und ein gutes Beispiel für die Mischung analoger und digitaler Visualisierungstechniken. Diese Mischung führt zu einer eingängigen, kurzen Präsentation. Seht Euch das Video unten an.

Im Überblick

Lasst uns hier einige Standbilder aus Hans Rosling’s Präsentation anschauen.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Eine Box stellt eine Milliarde Menschen dar. 1960 gab es eine Milliarde Menschen in der industrialisierten Welt und zwei Milliarden in den Entwicklungsländern. Die Lücke zwischen der blauen Box und den gelben Boxen auf dem Tisch macht die grosse sozio-ökonomische Lücke klar, die 1960 bestand.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: 1960 strebten die Menschen in den Industrienationen den Kauf eines Autos an, in den Entwicklungsländern strebten die Menschen nach Schuhen. Was Hans uns zeigen will, ist, dass die Welt sich verändert hat. Und das trotz der Einstellung «Der Westen und der Rest» (Englisch: «The West and the Rest»), die auch heute noch zu finden ist.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Die Weltbevölkerung hat sich seit Anfang der ’60er verdoppelt.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Hier könnt Ihr sehen, dass die Lücke zwischen den ärmsten der Entwicklungsländer (gelbe/grüne Boxen) und den reichen Ländern (blaue Box) viel grösser geworden ist. Die zwei Milliarden in den Entwicklungsländern müssen fast genauso kämpfen wie 1960, sagt Hans. Zwischen den Ärmsten und den Reichsten sind die Schwellenländer, der grösste Teil der Weltbevölkerung. Hans‘ Argument ist, dass obwohl es keine so grosse Lücke mehr gibt, kein «Wir und die» oder «Der Westen und der Rest», ist das Besorgniserregende doch, dass die Armen immer noch sehr arm sind.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Hans sagt, dass China mit Sicherheit bis 2050 aufholen werde, ebenso wie Japan das getan habe. Und wenn wir gut in grüne Technologien, etc. investieren, würden die Schwellenländer mit den reichsten Nationen gleichziehen.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Nun, wie sieht es bei den ärmsten zwei Milliarden aus, werden sie auch aufholen? Hans erklärt, dass das Problem hier das Bevölkerungswachstum sei (aus den zweei Boxen wurden vier). In den reichen Nationen und Schwellenländern, werde das Bevölkerungswachstum bis 2050 im Wesentlichen gestoppt sein. Wie dem auch sei: In den ärmsten Ländern werde sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln, wie oben gezeigt.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Wir müssen etwas ändern, so dass die menschen auf diesem Level nicht in der Suche nach Nahrung und Schuhen steckenbleiben (zum Beispiel: sie aus der Bedürftigkeit und ihren Konsequenzen herausführen). Andernfalls wird sich das Bevölkerungswachstum fortsetzen. Wie auch immer, wenn (und nur dann) sie aus der Armut herauskommen, bessere Gesundheitsfürsorge bekommen, eine hohe Überlebensrate der Kinder erreichen, etc. wird die Steigerung der Geburtenrate bis 2050 zum Stillstand kommen.

Hans Rosling bei Präsentation zur Bevölkerungsentwicklung

Oben: Sich zum digitalen Display umdrehend, um sein Argument zu unterstreichen, zeigt Hans, wie viele Teile der Welt jetzt gute Überlebensraten für Kinder haben und dementsprechend kleinere Familien. Aber die zwei Milliarden der Ärmsten haben immer noch eine relativ hohe Anzahl an Geburten pro Frau und eine schlechte Überlebensrate der Kinder. (Achte darauf, wie das Bild der analogen Box auch in der Grafik neben den Bevölkerungsblasen wieder aufgenommen wird.)

Das Ziel ist es nicht, es genauso zu machen wie Hans, oder die Gapminder Software zu verwenden. Das wirkliche Ziel ist, dass wir uns Fragen, wie wir digitale und Analoge Methoden in unseren Präsentationen vereinen können. Und das auf eine Art, die uns dabei hilft, die Daten lebendig werden zu lassen und unsere Geschichte auf ehrliche, bewegende und einprägsame Weise zu bereichern. Es gibt viele Wege, das zu tun; Hans Rosling’s Stil ist nur ein Ansatz. Aber wie Hans (und sein Team bei Gapminder) oft gezeigt hat, Daten sind nicht langweilig, in Wirklichkeit erzählen sie eine Geschichte.

Halte Deine nächste Präsentation «nackt»

Dieser Text erschien im Original am 22. Oktober 2005 auf Presentation Zen unter dem Titel «Make your next presentation naked». Die Übersetzung erfolgte durch prezentation.ch mit freundlicher Genehmigung von Garr Reynolds.

Japanisches Thermalbad (Onsen)

Onsens (heisse Quellen) sind in Japan ein allgegenwärtiger Teil der Kultur. Der Akt des sich von den Kleidern befreien und mit anderen im Wasser zu sein, ist eine Form der Kommunikation. Im japanischen wird es «Hadaka no tsukiai» (necktie Kommunikation) genannt. Bei «Hadaka no tsukiai» bedeutet gegenüber Gleichgesinnten alles offenzulegen und die «Nackte Wahrheit» zu kommunizieren. Nackt sind wir alle gleich, unabhängig vom Rang. Zumindest in der Theorie führt diese Art des «Entblössens» zu besserer, ehrlicherer Kommunikation.

Das hat mich zu der Überlegung veranlasst: Was wäre, wenn wir darüber nachdenken, das Design und den Vortrag von Präsentationen auch mehr «nackt» angehen? Auf eine Art, die einfacher, frischer – vielleicht sogar ein bisschen frecher – und für Publikum und Vortragenden erfüllender ist. Also auf eine freiere Art. Frei von Sorgen. Frei von der Angst davor, was die Leute denken werden. Frei von Selbstzweifeln. Frei von Tricks und Spielereien und dem Zwang, diese einzusetzen. Frei davon, sich hinter irgendwas zu verstecken (einschliesslich Slides). Frei von der Angst, blossgestellt zu werden, die mit diesem Verstecken einher geht. Entferne alle Belastungen, sei im Augenblick, nackt … und gehe die Verbindung ein.

Nackt sein

Du kannst Dich nicht hinter Technik oder Slides verstecken.
Nackt zu sein bedingt, alles Unnötige abzustreifen um zum Wesentlichen Deiner Nachricht zu kommen. Der nackt Präsentierende gehen die Aufgabe an, indem sie sich begeistert den Ideen der Einfachheit, Klarheit, Aufrichtigkeit, Integrität und Leidenschaft öffnen. Sie präsentieren mit einer gewissen Frische. Die vorgetragenen Ideen mögen radikal, weltbewegend, neu sein – oder auch nicht. Aber der Ansatz und der Inhalt für die Präsentation sind neu und frisch. Und wenn sie Slideware benutzen, passen die Slides gut zum Vortrag und unterstützen die Nachricht. Die Slides sind synchron zum Vortrag, einfach und schön gestaltet. Sie drängen sich dabei aber nie in den Vordergrund oder gehen darüber hinaus, eine starke aber einfache unterstützende Rolle zu spielen.

Warum haben wir Angst davor, nackt zu sein?

Nackt zu präsentieren ist schwer. Das war aber nicht immer so. Als wir jünger waren und in der Grundschule etwas zeigen und erzählen sollten, wofür wir uns begeistern, waren wir aufrichtig und engagiert – manchmal waren wir so aufrichtig, dass die anderen Kinder gelacht haben und die Lehrer errötet sind. Aber es war so wirklich. Wir erzählten grossartige Geschichten … und wir waren grade mal sechs. jetzt sind wir erfahren und reif, wir haben hohe Schulabschlüsse und tiefgreifendes Wissen in wichtigen Bereichen … und wir sind langweilig.

Ein Grund dafür, dass wir so ausdruckslos sind, ist weil wir übervorsichtig sind. Wir haben Angst. Wir wollen alles sicher und perfekt haben, also denken wir zu viel und stellen uns damit viele Hürden in den Weg. Oder wir ziehen uns zurück – oft unbewusst – und gehen auf Nummer sicher, indem wir uns verstecken, hinter einer Liste von Bulletpoints, in einem abgedunkelten Raums, in einem Stil frei von Emotionen. Schliesslich wurde ja noch nie jemand dafür gefeuert, nur die Fakten darzustellen, oder?

Beim nächsten Mal – um Dich von der Masse abzuheben – versuche nackt zu präsentieren.

Wie man nackt präsentiert

Das ist keine vollständige Liste (also sendet mir Eure «Nackten Ideen»), aber es gibt ein paar Dinge, die man im Kopf haben sollte, wenn man nackt präsentiert.
Selbst gute Design ist noch kein Allheilmittel

  • Sei im Moment. Genau hier und genau jetzt. Beschäftige Dich nicht mit den Gedanken über die Zukunft, Gedanken darüber, zu welchen Ergebnissen Deine Präsentation führen wird. Frage nicht nach Ursprung und Ziel, wenn der aktuelle Moment dabei verloren geht. Wenn Du mit Deinem Publikum zusammen bist, zählt nur der Augenblick.
  • Versuche nicht, zu beeindrucken. Versuche stattdessen zu teilen, zu helfen, zu inspirieren, zu lehren, zu informieren, zu führen, zu überzeugen, zu motivieren … oder die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
  • Lasse das Licht an. Finde einen Kompromiss zwischen einem hellen Schirm (Leinwand/Monitor) und ausreichendem Licht, so dass das Publikum Dich sehen kann. Verstecke Dich nicht im Dunkeln – die Menschen sind ebenso gekommen, um Dich zu sehen, wie um Dich zu hören.
  • Vergesse das Rednerpult. gehe weg von allen Hindernissen, die zwischen Dir und Deinem Publikum stehen.
  • Benutze eine kleine Fernbedienung, die es Dir erlaubt, Dich frei auf der Bühne und im Raum zu bewegen.
  • Versuche Dich nicht zu verstecken. Was sollte das bringen? Weiche nicht aus, weder intellektuell noch körperlich.
  • Werde nicht abhängig von Deiner Software – wenn der Computer abstürzt … scheiss drauf. Es muss sofort weitergehen, nicht erst nach dem Neustart. Sowas passiert, mache einfach weiter. Deine Nachricht ist viel wichtiger als die Technik, die Dich unterstützt.
  • Halte es ganz einfach, alles. Einfache Ziele, klare Nachrichten und ausführliche Moderation.
  • Lass Deine Persönlichkeit durchscheinen. Bist Du nur ein bisschen frech? Dann sollte man das auch in Deiner Präsentation sehen. Warum eines der wichtigsten Merkmale verbergen, das uns von anderen abhebt?
  • Sei glaubwürdig.
  • Benutze keine Business-Sprache – spreche wie ein menschliches Wesen. Du kannst nicht nackt sein, wenn Du Dinge wie «best practices» oder «Paradigmenwechsel» sagst.
  • Sehe Dein Publikum als aktive Teilnehmer, nicht passive Zuhörer («Passive Zuhörer» = Oxymoron).
  • Fühle Dich wohl, wenn Du «nackt» bist. Dafür braucht es Übung und Selbstbewusstsein. Das Selbstbewusstsein kommt mit der Übung. Das Publikum hasst Arroganz und Grossspurigkeit, aber es liebt Selbstsicherheit … wenn sie echt ist.
  • Verziere nie Deine Nachricht oder Deine Slides. Verzierung ist nur Fassade. Design kommt aus der tiefe der Seele, Verzierung ist das Zuckerguss-«Happy Birthday», das auf eine schlechte Torte gesetzt wird.
  • – Denke in Bezug auf gutes Design daran, was eine gute Mahlzeit ausmacht: Denke an Balance, Harmonie, Abwechslung … und Inhalt, der den Teilnehmern Zufriedenheit und Begeisterung bringt, ihnen aber auch Lust auf mehr macht.

Dies ist nicht ansatzweise eine vollständige Liste. Deswegen hoffe ich, dass Ihr hier Eure Ideen zu anderen Wegen «nackt» zu präsentieren teilt. Ich freue mich darauf, von Euch zu hören.

100%ig nackt zu präsentieren mag nicht für alle Fälle angemessen sein, aber so viel wie möglich wegzulassen, uns zu beschränken, wird oft einen grossen, erfrischenden Unterschied machen. Das Ergebnis wird eine Präsentation sein, die anders und irgendwie realer ist, «real» wie ein offenes Gespräch unter Freunden. In meiner Erfahrung ist es so, dass je höher man in einer Unternehmenshierarchie geht, umso weniger «real» ist das Gesagte. Die Menschen in den höchsten Rängen der Unternehmen präsentieren nicht oft nackt, aber ich wünschte, sie würden.

Wir sind die Geschichten, die wir uns selbst erzählen

Dieser Text erschien im Original am 21. Mai 2010 auf Presentation Zen unter dem Titel «We are the stories we tell ourselves». Die Übersetzung erfolgte durch prezentation.ch mit freundlicher Genehmigung des Autors Garr Reynolds. Folgt Garr auf Twitter unter @presentationzen.

Roz Savage auf ihrem Ruderboot (Juni 2005)Ich wollte Euch aus zwei Gründen auf diese kurze TED Präsentation unten aufmerksam machen: (1) Es ist ein ziemlich gutes Beispiel für einen Vortrag mit visueller Unterstützung auf einem Monitor, und noch wichtiger, (2) der Inhalt wird für viele von Euch inspirierend sein. Speziell für diejenigen, die möglicherweise feststecken oder versuchen, ihr Leben zu verändern (aber etwas Angst davor haben). In vielerlei Hinsicht ist diese Präsentation von Roz Savage eine gute Fortführung zum vorangehenden Eintrag. Jake Shimabukuro (siehe vorangehender Eintrag) ist hervorragend, indem er die Erwartungen anderer an sein Instrument bei Weitem übertrifft. Und Roz Savage spricht (unter anderem) über die Idee, die Angst davor zu durchbrechen, unsere (alten) Erwartungen für uns selbst bei Weitem zu übertreffen.

Präsentieren mit einem Flachbildschirm

Roz Savage präsentiert vor einem FlatscreenDer Monitor hinter Roz Savage ist nicht besonders gross, aber gross genug für kleinere Veranstaltungsorte. Es ist seit einiger Zeit üblich bei Schulen und Firmen, solche Flachbildschirme in Präsentations- und Besprechungsräumen zu installieren. Bereits vor sieben bis acht Jahren habe ich Monitore wie diesen genutzt, um Bilder und Videos in Japan anzuzeigen. Der Vorteil ist, dass man die Lichter im Raum an lassen kann, da das Umgebungslicht den Bildschirm nicht so stark beeinflusst wie bei der Nutzung eines Projektors. Ausserdem kann (und sollte) man sehr nah am Bildschirm stehen, ohne Angst zu haben, das List vom Projektor zu blockieren. Ich hätte es gerne gesehen, wenn Roz mehr grafische Hilfsmittel genutzt hätte, während sie ihre FAQ behandelte. Tatsächliche Bilder von den Dingen, die sie an Bord gegessen hat, ihrem Bett und wie sie geschlafen hat, etc. wären sehr informativ gewesen. Auf der anderen Seite war ihr Thema in dieser Präsentation eher die Bedeutung der Reise als das Typische der tägliche Routine des Ruderns. Was mir besonders gefallen hat, war wie sie ihre Schultern immer dem Publikum zugewandt hatte und ihre Augen fast nie von den Menschen um sie herum genommen hat.

Roz macht darin einen hervorragenden Job, ins Publikum zu schauen während sie gleichzeitig Bilder passend zu Ihrem Vortrag zeigt. Dieses Bild zeigt klar, wie gross der Pazifik tatsächlich ist.

Ihr könnt Eure Geschichten ändern

In mancherlei Hinsicht, sind wir das, was wir zu sein glauben. Es liegt viel Wahrheit in dem Gedanken, dass «wir die Geschichte sind, die wir uns selbst erzählen.» Manchmal ist diese Geschichte – der innere Dialog – nicht nur eine positive. Für viele von uns ist diese Geschichte de facto eine einschränkende, eine Geschichte von «auf Nummer Sicher gehen» oder Akzeptanz der Mittelmässigkeit aus Angst vor etwas noch schlimmeren: Arbeitslosigkeit zum Beispiel. Für andere ist die Geschichte noch weniger inspirierend, eine Geschichte von Selbstzweifeln, Unsicherheit und niedrigen Erwartungen. Aber wir müssen mit unseren Geschichten verbunden sein. Unsere Vergangenheit muss nicht unsere Gegenwart oder Zukunft bestimmen. Die Aussage ist nicht, dass wir alle alles stehen und liegen lassen sollen, um über die Weltmeere zu rudern. Ich sehe Roz’s Vorbild eher als Metapher für den Rest von uns. Einige Menschen, die Ihr kennt – vielleicht sogar Ihr selbst – haben Gedanken wie diesen: «Ich habe das Gefühl, dass da ein Sinn im Leben ist – ich weiss nicht, was es ist, aber ich bin ziemlich sicher, es ist nicht __________ (aktueller Job, Ausbildung, etc.)!» Wenn das so ist, kann Roz’s Geschichte Euch vielleicht inspirieren, etwas zu ändern, ein neues Leben zu beginnen, statt zu warten, dass das neue Leben über Euch kommt.

Eine Lehre vom Samurai

Wie ich bereits erwähnt habe, war ich vergangene Woche bei der TEDxTokyo. Ein Vortrag, den ich wirklich genossen habe, war diese achtminütige Präsentation des Schauspielers, Comedians und Gastgebers von «Ich habe eine japanische Gameshow überlebt» Rome Kanda. Der Ausschnitt unten kommt am Ende nach seinen Scherzen. Er fordert dazu auf, eine Lektion aus dem Kodex der Samurai zu übernehmen. Auch hier geht es nicht darum, buchstäblich dem Weg der Samurai zu folgen. Rome spricht davon, ein Ziel, eine Bestimmung zu finden, die grösser als man selbst ist, eine, der man sein Leben widmen kann. Natürlich geben uns unsere Familien und insbesondere unsere Kinder ein solches Gefühl für Bestimmung, aber wenn wir darüber hinaus gehen: Es ist ein glücklicher Mann oder eine glückliche Frau, wer an etwas arbeiten kann, das nicht nur ein Job ist sondern eine Bestimmung. Nicht nur ein Verdienst, sondern eine Berufung.

Ich präsentiere die bescheidene Ukulele: Jake Shimabukuro begeistert TEDxTokyo

Dieser Text erschien im Original am 16. Mai 2010 auf Presentation Zen unter dem Titel «Presenting the humble ukulele: Jake Shimabukuro wows TEDxTokyo». Die Übersetzung erfolgte durch prezentation.ch mit freundlicher Genehmigung des Autors Garr Reynolds. Folgt Garr auf Twitter unter @presentationzen.

Am Samstag nahm ich an der zweiten jährlichen TEDxTokyo Konferenz teil. Letztes Jahr war es grossartig; dieses Jahr war es sogar noch besser. Die Veranstaltung wurde extrem gut durchgeführt und die Auftritte waren hervorragend. Bei mir dreht sich immer noch alles. Was für ein Tag! Einer der eindrücklichsten Auftritte war der von Jake Shimabukuro. Bitte investiert 20 Minuten Eures Tages um sich diese Präsentation/Performance vollständig anzuschauen. Jake spielt einige Songs und teilt auch einige gute Geschichten mit uns. Dreht Eure Lautsprecher auf und bleibt bei diesem Auftritt; es wird immer besser, bis ganz zum Ende. Bemerkenswert.

Die Erwartungen der Menschen schlagen

Zitat von Jake ShimabukuroIm Leben haben Menschen oft keine hohe Meinung von Dir (oder von dem, was Du tust). Und das sogar bevor sie viel über Dich wissen. Sie haben Vorurteile. Aber statt Dich davon runter ziehen zu lassen, kannst Du diese Gelegenheit nutzen, um Ihre Erwartungen zu übertreffen und sie umzuhauen. Niedrige Erwartungen auszuhebeln kann manchmal ein Segen sein. Ich liebe Jake’s essentielle Aussage zu dieser Idee: «Eins der Dinge, die ich daran liebe, ein Ukulele-Spieler zu sein, ist es, dass – egal wo in der Welt ich spiele – das Publikum derart niedrige Erwartungen hat. [Das ist] sicher ein grosser Pluspunkt.»

Es gibt viele Lehren aus dieser Performance des Zen Meisters der Ukulele – über die reine Unterhaltung hinaus. Die Ukulele selbst so wie die, die sie so ausgezeichnet spielen wie Jake, verkörpern beides, einerseits die Anstrengung und andererseits die Inspiration und das Vergnügen, die davon kommen, anderer Leute niedrige Erwartungen an Dich zu übertreffen. Und das durch Deine eigene harte Arbeit, ungezügelte Leidenschaft und Hingabe an die Spitzenleistung. Wie bei der Ukulele, mögen einige Dich missverstehen oder Dich oder Dein Anliegen nicht ernst nehmen. Andere mögen Dir keine Chance geben oder Dich für zu unbedeutend, zu klein, zu jung, zu alt oder zu unangepasst halten. Wenige Menschen sehen die Ukulele als ernstzunehmendes Instrument. Und doch zeigt Jake uns, wie fehlgeleitet diese Art von Allgemeinwissen ist. Jake und seine Ukulele sind eine Inspiration.

Nackt zu spielen ist das beste

Alles, was Jake gestern in Tokyo mit auf der Bühne hatte, war seine Ukulele und sein Talent. Wie er bei dem älteren Auftritt unten erklärt (es ist ein fantastischer Auftritt von ungefähr 2007), hatte er früher alles mögliche Equipment bei sich, um Unmengen an Effekten spielen zu können. Die Zuschauer haben das geliebt. Aber er entschied sich, zurückzugehen zu den Grundlagen – in gewissem Sinne, sich wieder nackt zu machen – und all das wegzunehmen und zu sein, was er wirklich ist: Der Beste Ukulele-Spieler den Du jemals sehen wirst. Er ist ein unglaubliches Talent mit einer grossartigen Persönlichkeit, die sich wirklich in seiner Kunst zeigt.

Das Foto im Slide oben ist von Ryota Mori, das Slide selber von Garr Reynolds

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