Buchreview: «The Naked Presenter» von Garr Reynolds

Ende vergangenen Jahres wurde das neue Buch «The Naked Presenter » von Garr Reynolds veröffentlicht. Auf dem Weg zu seinem Seminar in Paris hatte ich – dank eines sehr langsamen TGV – genug Zeit um das Buch zu lesen. Inzwischen ist die englische Version auch bei Amazon.de lieferbar (kurz vor Weihnachten wurden die ersten Exemplare verschickt).

Eigentlich wollte ich mit meinem Review warten, bis die Deutsche Ausgabe «Naked Presenter» erscheint, was voraussichtlich im März passieren wird (bei Addison Wesley). Aber da viele die Bücher lieber im Original lesen, ist hier mein Review der Englischen Ausgabe. Sobald sich das deutsche Buch in meinen Fingern (und bei Amazon im Lager) befindet, werde ich noch ein ergänzendes Review der deutschen Fassung veröffentlichen.

Das Buch «The naked Presenter»Wie Garr bereits in unserem Interview Anfang Dezember gesagt hat, geht es bei «The Naked Presenter» mehr um den Vortrag, die Kommunikation als solche. Ein kleiner Teil beschäftigt sich mit der Vorbereitung für eine Präsentation, aber der grösste Teil zeigt, wie und warum man die eigene Persönlichkeit und Leidenschaft in den Vortrag einbringt und damit eine echte Verbindung zum Publikum aufbaut.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Das erkennt man schon daran, dass ich es in einem Zug am Stück gelesen habe. Während sich für den Einstieg in die Materie sicher eher «ZEN oder die Kunst der Präsentation» eignet, ist «The Naked Presenter» ideal um die Fähigkeit zu verbessern, das Publikum zu erreichen und zu motivieren.

Das Buch zeigt uns zunächst kurz die Vorbereitung einer Präsentation. Im Hauptteil lernen wir dann, wie wir schnell Kontakt zum Publikum herstellen, eine Beziehung aufbauen und es schaffen, die Aufmerksamkeit unserer Teilnehmer für mehr als nur ein paar Minuten zu halten. Dem Ende der Präsentation kommt dann noch eine wichtige Rolle für der Nachhaltigkeit unserer Botschaft zu.

Abschliessend erinnert Garr uns daran, dass wir Ausdauer brauchen um uns kontinuierlich zu verbessern.

Vorbereitung

Hier der wichtigste Punkt eigentlich die Zeit und der Raum, den man für die Vorbereitung braucht. Eine Präsentation vorzubereiten geht nicht mal einfach so hopp, hopp. Wir brauchen Zeit (und Raum), um uns Gedanken um die wichtigsten Rahmenbedingungen unserer Präsentation zu machen:

  • – Was ist unser Ziel?
  • – Wer ist unser Publikum?
  • – Was ist unsere Geschichte?

In diesem Abschnitt geht es auch darum, Ideen zu sammeln, zu organisieren, zu bewerten und auszuwählen. Wenn wir eine Idee haben: Was ist der beste Weg, diese Idee einem Publikum zu vermitteln? Und dabei geht es darum, die Idee zu vermitteln, nicht darum, sie zu erklären. Es geht darum, das Publikum zu überzeugen, nicht darum, es zu überreden.

Abschliessend sagt uns Garr, wie und wie viel wir proben und wie wir uns am Tag unserer Präsentation am besten vorbereiten.

Kontakt herstellen

Wie bringen wir unser Publikum dazu, uns ab den ersten Sekunden zuzuhören. Studien zeigen, dass wir im Regelfall rund 30 Sekunden haben, um einen Teilnehmer zu überzeugen, dass das Zuhören und Mitmachen interessanter ist als der Tagtraum oder die Email/SMS auf dem Smartphone. Wie schaffen wir es also, diese 30 Sekunden effizient und effektiv zu nutzen um Interesse zu wecken und Kontakt herzustellen?

Verbindung aufbauen

Das, was wir in einem persönlichen Gespräch in kleiner Gruppe erfahren, bleibt uns meist besser in Erinnerung als eine Rede, der wir zuhören. Wie schaffen wir es bei einem grossen Teilnehmerkreis, den wichtigen persönlichen Kontakt herzustellen, statt zu einem Publikum zu reden, mit den Teilnehmern zu kommunizieren?

Aufmerksamkeit halten

Wie Dr. John Medina schreibt (siehe «Das zehn Minuten Modell von John Medina»), haben wir eine Aufmerksamkeitsspanne, die selbst bei einem interessanten Thema nur ca. zehn Minuten hält. Wie können wir unseren Vortrag strukturieren und Aufbauen, so dass wir die Aufmerksamkeit über 20 Minuten, 30 Minuten, eine Stunde halten können? Es ist nicht leicht, aber Garr’s Tips bieten eine gute Grundlage (so, wie die von John Medina).

Abschluss

Wenn wir einen Vortrag gut beginnen, werden die ersten Sekunden in Erinnerung bleiben und eventuell das eine oder andere Highlight aus der Mitte. Aber wie können wir eine Präsentation effektiv abschliessen, so dass unsere wichtigste (einzige) Botschaft unsere Teilnehmer auch nach ein paar Tagen oder Wochen noch begleitet? Was ist ein guter Abschluss? (Ein Tip: Einfach weiter zu reden, bis die Zeit aufgebraucht ist/die Teilnehmer mit Gegenständen werfen und dabei die Folien nochmal in zufälliger Reihenfolge zu zeigen ist kein guter Abschluss!).

Und die Antworten?

Das tut mir jetzt leid. Auch wenn ich vorhabe, die eine oder andere Frage in der Zukunft auch hier zu beantworten (im Fall der Aufmerksamkeit habe ich das mit John Medina bereits gemacht), werde ich Euch im Moment dazu anhalten «The Naked Presenter» zu kaufen und zu lesen. Ausser dass Garr ein sehr charismatischer und sympathischer Redner ist, ist er nämlich auch ein sehr guter Author und Designer. Sein Buch lohnt sich also sowohl inhaltlich als auch ästhetisch.

Veröffentlicht unter: Presentation Zen | Tags: , | 1 Kommentar

Eine Antwort zu “Buchreview: «The Naked Presenter» von Garr Reynolds”

  1. Eine Frage, darf ich Auszüge des Interviews mit Garr Reynolds für das Addison-Wesley-Blog verwenden – natürlich mit dem Verweis auf Ihren Blog.
    LG
    Pia Kleine Wieskamp

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