das Sketchnote HANDBUCH von Mike Rohde

dasSketchnoteHANDBUCHHeute will ich mich ganz bewusst ins Publikum begeben. Schliesslich sitze ich selbst oft genug in Präsentationen und will etwas lernen.

Dabei frage ich mich immer wieder, wie ich denn die wichtigen Dinge behalten kann. Natürlich versuche ich, konzentriert zuzuhören und mitzuschreiben. Dennoch sind die Ergebnisse für mich meist schlechter als ich es mir wünschen würde.

Grade als Präsentationscoach würde es jetzt leicht fallen, die Schuld in den Unzulänglichkeiten der Präsentation zu suchen: Kein roter Faden, keine Konzentration auf’s Wesentliche, keine publikumsgerechte Aufbereitung, schlechte Folien oder schlechter Vortrag?

Es ist aber nunmal so, dass ich eine Verbesserung nur dann wirklich im Griff habe, wenn ich bereit bin, bei mir selbst mit Änderungen zu beginnen. Das heisst dann auch, dass ich mein Verbesserungspotential als Zuhörer suchen und ausschöpfen muss.

Das Buch hilft

Und da kommen dann (endlich) Mike Rohde (@rohdesign / rohdesign) und Das Sketchnote Handbuch ins Spiel.

Die Idee hinter Sketchnotes ist eigentlich relativ einfach: Statt so viel wie möglich mitzuschreiben, identifiziert man das Wesentliche und arbeitet es dann gut aus (mit ein bisschen Typographie, einfachen Zeichnungen und wenig Text).

Natürlich habe ich im ersten Moment empört aufgeschrien: «Aber ich bin doch grafisch so begabt wie ein durchschnittlicher Otter.» (Ich möchte mich hiermit in aller Form bei allen durchschnittlichen Ottern entschuldigen, die sich durch diesen Vergleich – zu Recht – beleidigt fühlen.) Meine Zeichnungen sind wirklich keine Kunstwerke – echt jetzt. Allerdings tendieren sie manchmal unfreiwillig zu abstrakter Kunst.

Mike hat mir mit seinem Buch zum einen geholfen, meine mangelhaften Fertigkeiten zu akzeptieren (auch wenn eine Zeichnung nicht perfekt ist, kann man sie doch meistens erkennen). Zum anderen gibt er mir Werkzeuge und Übungen an die Hand, mit denen ich besser werden kann.

Ich fürchte immer noch, dass meine Karriere als Comiczeichner vor einem abrupten Ende steht, bevor ich überhaupt begonnen habe. Das Buch hilft mir jedoch dabei, stetig besser zu werden:

  • – Ich schreibe wieder mehr von Hand und meine Handschrift wir ansehnlicher.
  • – Ich versehe inzwischen (fast) alle Notizen mit kleinen Zeichnungen – sogar Post-Its im Kühlschrank.

Die Zeichnungen werden immer besser und dank der Ideen und Übungen aus dem Buch entwickle ich so langsam einen eigenen und für mich akzeptablen Stil.

Auch Textentwürfe sehen bei mir jetzt wesentlich grafischer aus. Sie sind genau das Werkzeug um meine Gedanken zu strukturieren, bevor ich mit einem Text beginne.

Was hat sich für mich durch das Buch verändert?

Ganz kurz könnte man es mit «sehr viel» zusammenfassen, etwas länger gibt es für mich drei Kernpunkte, die sich geändert haben:

  • – Statt mich von einem Vortrag, einer Präsentation berieseln zu lassen, höre ich aktiv zu, identifizieren das für mich Wesentliche und erzeuge damit eine Struktur, die mir die Essenz des Vortrags verewigt.
  • – Einerseits kann ich mir so von vornherein mehr Wesentliches merken und andererseits habe ich jetzt Notizen, auf die ich auch gerne wieder zurückgreife. Sie sind entsprechend meinem Denken strukturiert und sehen auch noch gut aus.
  • – Meine Zeichnungen sind generell viel besser geworden, was mir auch am Flipchart oder Whiteboard zusätzliche Sicherheit gibt.

Was ist also mit dem Buch?

Ich empfehle dieses Buch jedem, der regelmässig Notizen macht, sich verbessern will und auch bereit ist, dafür etwas zu tun. Und nein, man benötigt keinerlei zeichnerische Begabung. Ich habe nicht die geringste und dennoch bin ich mit dem Buch einen riesigen Schritt weiter gekommen. Es hat mir mal wieder gezeigt, dass Übung den Meister macht (und in meinem Fall dem unbedarften Anfänger auf die Sprünge hilft).

Das Buch ist wichtig für all jene, die die Welt der Präsentationen auch von der anderen Seite (aus dem Publikum) verbessern wollen. Netter Seiteneffekt für mich ist, dass es auch einfacher geworden ist, aus meinen eigenen Ideen und denen meiner Kunden das Wesentliche herauszuarbeiten.

Disclaimer: Dieses Review entstand bei einer Flasche guten Weissweins von der Loire (Clos de Mosny aus Montlouis) auf der Terrasse des Château de Pray, ebenfalls an der Loire.

Ich habe Mikes Buch und seine Video-Tutorials zum Sketchnoting bereits im Dezember 2013 gekauft (über seine Buchseite auf rohdesign) und angefangen, damit zu arbeiten. Nach einem kurzen Austausch auf Twitter hat Mike mir die deutsche Version des Buches für das Review zur Verfügung gestellt. Auch wenn das Review auf der englischen Version basiert, kann ich die deutsche genauso empfehlen.

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TEDxBern – I han es Zündhölzli azündt

TEDxBern – I han es Zündhölzli anzündtGestern Abend wurde mir die grosse Ehre zuteil, an der ersten TEDxBern teilnehmen zu dürfen. Die Organisatoren haben ins Swisscom Brain Gym in der Nähe des Bahnhofs Bern eingeladen und rund 120 (meine Schätzung) glückliche Gäste durften teilnehmen.

Mein Fazit: Ich kann allen nur empfehlen, im kommenden Jahr vor dem Internet zu zelten, so dass sie bei Öffnung der Anmeldung die ersten in der Schlange sind. Ich werde es auf jeden Fall so – oder so ähnlich – machen.

Die erste TEDxBern war eine gelungene, gut organisierte Veranstaltung mit tollen Vorträgen und vielen grandiosen Menschen.

Und für mich faszinierend: Viele Vorträge waren in Mundart und wurden simultan ins Englische übersetzt. Ich finde, dass das den Vortragenden noch eine Extra-Portion Authentizität verliehen hat. Super Idee und Gratulation zum Mut, das so zu machen.

Die Organisation

Es war ja der erste TEDx Event, der in Bern organisiert wurde. Dementsprechend waren meine Erwartungen nicht hoch. Ich habe gedacht, dass ein bisschen improvisiert werden müsse, dass es Pannen gäbe und sich das Ganze erst «einschleifen» müsse.

Ha, weit gefehlt: Christian Hirsig (Twitter: @christianhirsig), Alex Phillips (Twitter: @alexlefty), Markus Maurer (Twitter: @kusito), Bastian Widmer (Twitter: @dasrecht), Matthias Stürmer (Twitter: @maemst) und Christina Taylor haben einen sehr professionellen Job gemacht. Alles hat funktioniert und lief reibungslos ab. Vielen Dank an die grossartige Organisation.

Andrea Jansen hat sehr professionell und authentisch humorvoll durch’s Programm geführt.

Und die Vorträge?

Alle «Speaker» hatten etwas zu sagen. Sie hatten eine Geschichte, ein Anliegen, eine Idee. Die Qualität der Vorträge (beziehungsweise Visuals/Zeichnungen) war überdurchschnittlich gut. Es gab ein paar Kleinigkeiten in einigen Vorträgen, die man mit wenig Aufwand verbessern könnte.

Insbesondere das Ablesen eines gesamten Vortrages kommt (zumindest bei mir) immer schlecht an. Dass das Leute machen, die ihr Thema mit Herz und Verstand beherrschen, ist schade.

(Das gilt natürlich nicht für die Lesung eines Kapitels aus einem Buch. Da ist das Vorlesen ja der Kernpunkt des Vortrages.)

Es wäre schön, wenn wir im kommenden Jahr den Rednern ein kleines TEDx-Präsentationscoaching zur Unterstützung anbieten könnten. Ich würde die Organisatoren sehr gerne (gratis) dabei unterstützen.

Das Line-Up

Angefangen haben BlackYard, ein Team von Grafikern/Illustratoren, das uns ein grafisches Brainstorming vorgestellt hat. Es hatte was von Guerilla-Illustrieren.

Sie haben auf der Bühne mit vier Flipcharts eine Technik demonstriert, mit der sie Ideen entwickeln: Jeder startet eine Zeichnung zum Thema und nach einiger Zeit wird gewechselt. Der nächste arbeitet weiter an der Zeichnung bis zum nächsten Wechsel, und so weiter. So entstanden vor unseren Augen vier sehr unterschiedliche, aber irgendwie «runde» Zeichnungen. Eine spannende und offensichtlich für Zuschauer und Zeichner spassige Form kreativer Kollaboration.

Anschliessend hat Ben Hüter von der Schule für Gestaltung Bern und Biel über Bildungskonzepte gesprochen, die über das blosse Vermitteln von Wissen hinaus gehen. Wie das bei mir nun mal so ist, fasziniert mich alles, was mit Bildung zu tun hat – und neue Wege aufzeigt.

Vor der «Zuschaltung» eines Original-TED-Vortrages von Kirby Ferguson («Embracing the Remix»), hat uns die Berner Beatboxerin Steff la Cheffe unterhalten und einen Crashkurs Beatboxing verpasst. Wie bereits bei einem Firmenevent vor einem Jahr war ich fasziniert davon, wie sie das Publikum (und auch mich) begeistern und motivieren kann.

Nach der «Zuschaltung» sprach Dr. Elham Manea von der Universität Zürich über Parallelgesellschaften und in wie weit sie ein Problem oder eben auch keins darstellen.

Dann hatten wir 1 ½ Stunden Zeit um ein bisschen zu Networken und ein bisschen zu essen und zu trinken. Das Catering war perfekt.

Nach der Pause überraschte mich Renato Kaiser mit der Lesung aus seinem Buch «Uufpassä, nöd aapassä» (Aufpassen, nicht Anpassen). Die Ostschweizer in Bern haben ähnliche Probleme wie wir Deutsche in der Schweiz (oder machen sich ähnliche Probleme, weil sie nicht auffallen wollen). Die Lesung war wirklich witzig und lässt darauf hoffen, dass das Buch spitze wird. Dementsprechend habe ich mich auch gleich am Crowdfunding bei 100 Days beteiligt. Sicher eine lohnende Investition.

Danach sprach Dr. Sarah Joan Moran von der Universität Bern darüber, wie sich visuelle und textuelle Kommunikation mit den digitalen Medien verändern und welche neue Bedeutung sie bekommen.

Dann hat uns Remo Läng mit seinem Vortrag über die Alpenüberquerung mit einem Wingsuit unterhalten. Sehr visuell, sehr authentisch und mitreissend.

Vor der zweiten «Zuschaltung» (Margaret Heffernan «Dare to Disagree») sprach dann noch Thomas «Thömu» Bingeli über seine Erfolgsgeschichte mit Thömus Velo Shop, dem Stromer und zuletzt BMC. Auch sein Vortrag war sehr unterhaltsam. Ich werde das Bild der Oberrieder Bauern, die mit baggy Jeans von Homeboy auf dem Feld arbeiten, wahrscheinlich nie wieder los.

Nach der «Zuschaltung» haben dann Roman Tschäppeler & Mikael Krogerus die Welt in drei Strichen erklärt. Ihr Vortrag war für mich ein humorvoller Denkanstoss zu einfachen und effizienten Visualisierungen und sicherlich ein Highlight. Ihr Buch «Die Welt erklärt in drei Strichen: Das kleine Buch der grossen Veränderungen» habe ich mir dann auch gleich bestellt.

Das Rahmenprogramm

In den Pausen und nach der Veranstaltung konnten wir «socializen» und uns mit den Sprecherinnen und Sprechern unterhalten. Remo Läng hat mich wieder motiviert, das Paragliding anzugehen. Mit Mikael Krogerus habe ich über Möglichkeiten für einen Event bei uns gesprochen und mit Renato Kaiser habe ich die Gemeinsamkeiten im Schicksal der Ostschweizer und Deutschen in Bern gefeiert.

Sobald die Vorträge auf TED.com verfügbar sind, werde ich sehr gerne die Links nachliefern. Es lohnt sich!
Leider haben es die Vorträge nicht bis auf TED.com geschafft. Zum Glück gibt es sie aber auf YouTube.
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Ein Plädoyer für Handouts

Handout«Wofür brauche ich denn ein Handout? Auf den Folien steht doch alles Wichtige.» Das höre ich doch relativ häufig und wenn ich es nicht höre, sehe ich es doch meist. Selbst diejenigen, die sich intensiv auf ihre Präsentation vorbereiten, sehen oft keinen Sinn darin, zusätzlich ein Handout zu erstellen.

Ich bin da ganz anderer Meinung: Oft ist es das Handout, das es uns erst ermöglicht, eine wirklich gute Präsentation zu gestalten. Wir können uns auf die Kernaussage und unsere wichtigsten Argumente konzentrieren und haben dennoch Hintergrundinformationen und weitere Details im Handout. So bleiben wir im Vortrag kurz und prägnant. Diejenigen, die weitere Details wollen, können fragen. Und damit wird aus einem passiven Publikum, dessen Köpfe mit Informationen gefüllt werden, interessierte und aktive Teilnehmer, die sich Informationen abholen. Wissen, das ich mir aktiv hole, bleibt viel besser im Gedächtnis, als etwas, das mir erzählt wird.

Der Nachteil dieses Vorgehens ist natürlich der, dass das Gesagte für die Teilnehmer interessant genug sein muss, damit diese weitere Informationen wollen.

Was ist das Handout nicht?

Das Handout ist definitiv nicht ein Ausdruck der Folien – naja, oft ist es das, aber das ist nicht sinnvoll. Wenn ein Ausdruck der Folien reichen würde um alles Wichtige zu begreifen, warum sollte sich noch jemand hinstellen und zu den Folien irgend etwas sagen? Wenn ich alle Details auf die Folien packe, warum sollte noch jemand Fragen stellen? Und vor allem: Wenn zu viele Details auf den Folien stehen, wie sollen diese lesbar/erkennbar bleiben?

Das Handout ist auch nicht ein Foliensatz ergänzt um mein «Redeskript». In meinem Fall wäre das schon unmöglich, weil ich kein Skript habe. Ich habe einen roten Faden und das war’s. Aber auch sonst würde es bedeuten, dass der Foliensatz und das von mir Gesagte alle (Hintergrund-) Informationen beinhalten müssten. Und so kann man sich nicht kurz fassen.

Was ist das Handout?

Zunächst mal ist das Handout eine andere Version unserer Präsentation, zeigt also die Kernaussage und alle vorgebrachten Argumente. Das Handout ist aber insbesondere der Ort, an dem wir all die wichtigen und interessanten Details parken, die für unser aktuelles Publikum und die aktuelle Situation nicht wichtig oder interessant genug sind. Das ermöglicht es uns, die Präsentation kurz und relevant zu halten. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaussage, die wichtigsten Argumente und müssen dennoch nicht auf all die anderen Argumente und Informationen verzichten.

Wenn wir zum Beispiel unser Produkt einem Kunden vorstellen: Brauchen wir wirklich sieben Folien, die die wichtigsten 35 Funktionen des Produktes aufzählen? Sagen wir dem Publikum doch lieber, dass es 200 Funktionen hat und investieren drei oder fünf Folien, um die für diesen Kunden besonders relevanten drei bis fünf Funktionen zu erläutern. Die Liste aller Funktionen (vielleicht sogar mit Beschreibung) landet in einem Handout. Und wenn wir diese fünf Funktionen vorgestellt haben, fragen die Teilnehmer vielleicht nach weiteren Funktionen. Wenn wir diese dann erläutern, haben wir den Kunden erfolgreich als aktiven Partner einbezogen.

Wenn wir unser Unternehmen vorstellen (einem Investor, einem Partner oder einem Kunden), brauchen wir wirklich Folien, die unsere 60 Kunden aufzählen? Konzentrieren wir uns doch lieber auf drei Kunden, die für unseren Zuhörer relevant sind und bringen die Gesamtliste im Handout unter. Statt viele aufzuzählen, konzentrieren wir uns besser auf wenige relevante. Für einen Kunden kann zum Beispiel eine Case-Study interessant sein: «Bei XY standen wir vor einem ähnlichen Problem, das wir gemeinsam wie folgt lösen konnten: …»

Schlechtes Beispiel für eine Folie zum ÜbergewichtWenn wir zeigen wollen, wo die Schweiz im Bezug auf krankhaftes Übergewicht im internationalen Vergleich steht: Müssen wir eine Tabelle mit den Werten der 34 Nationen aus der Studie der OECD an die Wand werfen? Diese zu lesen, sich zu orientieren und sie zu interpretieren ist fast unmöglich. Stellen wir stattdessen 34 Balken der Nationen dar und markieren die Schweiz, wird es schon besser. Besseres Beispiel für eine Folie zum ÜbergewichtAber wir können uns auch auf sieben Nationen beschränken und die Schweiz so platzieren, dass der Platz im Gesamtvergleich klar ist (mit die niedrigsten Werte). So können wir Länder wählen, zu denen das Publikum einen Bezug hat, die Grafik ist übersichtlich und leicht zu erfassen. Und wenn jemand wissen will, wie Neuseeland steht? Dann findet er das im Handout.

Je nach Situation kann das Handout auch eine Produktbroschüre oder eine Imagebroschüre des Unternehmens sein. Bei meinen Präsentationsworkshops ist das Handout ein Buch von Garr Reynolds («Zen oder die Kunst der Präsentation», siehe Buchempfehlungen rechts).

Ein Handout kann aufgrund des Detaillierungsgrades für mehrere Veranstaltungen verwendet werden. Es ist nicht ganz so wichtig, dieses Individuell auf Publikum und Situation anzupassen. Eine Präsentation (im Sinne von Prioritäten der Inhalte und Ablauf) muss immer angepasst sein um optimal zu «funktionieren».

Und was bringt es uns?

Das Handout hilft uns einerseits, Hintergründe und Details weiterzugeben ohne im Vortrag zu überziehen oder zu überfordern. Andererseits hilft es uns ganz persönlich, weil wir in der Vorbereitung die weniger wichtigen Dinge nicht löschen sondern nur verschieben. Wir müssen also keine unserer hervorragenden Ideen und Leistungen aufgeben – stattdessen priorisieren wir.

Die Konzentration auf das Wesentliche ist eines der Hauptkriterien für eine erfolgreiche Präsentation. Wie Garr Reynolds (Twitter: @presentationzen) mal sehr schön sagte: «Be brief, people are busy.» (Fasse Dich kurz, die Leute haben zu tun.) Wenn ich 20 Minuten Zeit habe, plane ich maximal 15 Minuten (eher zwölf) Vortrag, die restliche Zeit ist für Fragen und Diskussionen. Und wenn es davon wenig gibt: Es wird sich keiner beschweren, wenn ich früher als geplant fertig bin.

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Logitech Presenter R400 und R800 mit Keynote

«Benutzt eine Fernbedienung für Präsentationen.
Keine Ausreden, muss man haben.»

– Garr Reynolds (@presentationzen) in Remote simplicity

Logitech Professional Presenter R800Entsprechend diesem Motto benutze ich seit langer Zeit eine Fernbedienung (Presentation Remote) bei Präsentationen. Ich empfehle das meinen Freunden, Kunden und wildfremden Leuten, die ich auf der Strasse sehe (ok, überwiegend Freunden und Kunden). Ich lebe in der Schweiz und die Firma Logitech (in Japan heisst die Marke übrigens Logicool) stammt aus der Schweiz. Sie haben ein sehr gutes Design und vor allem produzieren sie sehr wertige Geräte. Die Dinger sind robust und liegen gut in der Hand.

Seit einigen Jahren besitze ich den Logitech Wireless Presenter R400. Und etwas weniger lang den R800. Der Grund dafür ist, dass ich meinen R400 verloren glaubte. Wer vor einer Kaufentscheidung steht und eine Empfehlung braucht: Kauft den R400. Der R800 hat einen grünen statt eines roten Laserpointers und einen integrierten Timer, den ich nie brauche, und kostet das doppelte. Aber ich kann beide Geräte uneingeschränkt empfehlen.

Und hier kommen wir zum Thema Logitech Wireless Presenter am Mac und genauer: Mit Keynote. Logitech unterstützt bei beiden Geräten offiziell nur Windows. In diversen Foren konnte man aber lesen, dass es generell schon geht. Und das kann ich auch bestätigen. Bei PowerPoint für Mac kann man mit den Tasten der Fernbedienung die Präsentation starten, vor und zurück gehen und den Bildschirm ausschalten. Aber: Bei Keynote geht nur das vor und zurück. Sowohl das Starten der Präsentation als auch das ausschalten der Bildschirms gehen nicht.

Das Starten der Präsentation ist auch vom Mac aus möglich. Aber grade wenn in der Präsentation ein Thema diskutiert wird und man die aktuelle Folie ausblenden will um keine Ablenkung zu haben, ist es störend erst mal wieder zum Rechner laufen zu müssen.

Um die Fernbedienung mit Keynote verwenden zu können (in vollem Umfang), habe ich bisher einen riesigen Workaround bauen müssen – selbst für mein Empfinden als Wirtschaftsinformatiker zu viel Aufwand und zu wenige elegant.

Was ist denn das Problem?

Der Wireless Presenter ist aus Sicht eines Computers nur eine Tastatur mit vier Tasten. Da PowerPoint wesentlich grössere Marktanteile hat, orientiert sich die Standardtastaturbelegung eben daran:

  • — Rechts / Weiter: Page Down
  • — Links / Zurück: Page Up
  • — Starten: Abwechselnd F5 zum starten und ESC zum stoppen
  • — Ausblenden: Punkt

Jetzt funktionieren «weiter» und «zurück» einwandfrei mit Keynote von Apple. Zum Starten der Präsentation wird allerdings die Tastenkombination alt-cmd-p verwendet und zum Aus- und Einblenden der aktuellen Folie «b».

Und was ist die Lösung?

Am vergangenen Wochenende habe ich nun die Software KeyRemap4MacBook von Takayama Fumihiko entdeckt. Diese Software ermöglicht es, eine Tastaturbelegung zu verändern – und zwar sehr präzise: Ich kann festlegen, dass ausschliesslich bei der Tastatur «Logitech Presenter» in der Applikation «Keynote» F5 durch die Tastaturkombination alt-cmd-p und der Punkt («.») durch ein b ersetzt wird. Damit verhält sich die Fernbedienung genau so, wie sie es soll und ich kann sie am Mac mit PowerPoint und Keynote verwenden, ohne irgendetwas umstellen zu müssen.

Der Nachteil ist, dass man eine – für nicht-Informatiker – halbwegs komplexe Konfiguration ausführen muss. Aber das ist nicht so schlimm.

Wie geht das?

Zunächst müsst Ihr KeyRemap4MacBook von Takayama Fumihiko hier herunterladen (und wenn das Ganze bei Euch funktioniert, spendet ihm doch per Paypal oder Kreditkarte eine Kleinigkeit – und zwar hier). Dort ist auch (auf Englisch) beschrieben, wie Ihr es installieren könnt. Insbesondere bei Mac OS X 10.8 Mountain Lion muss man eine Kleinigkeit beachten, damit die Installation klappt.

Systemeinstellungen KeyRemap4MacBookDann geht Ihr in den Systemeinstellungen (Apfel oben links – Systemeinstellungen) auf KeyRemap4MacBook. In den Einstellungen wählt Ihr dann «Misc & Uninstall» aus und klickt auf «Open private.xml». Dabei öffnet sich der Finder und zeigt die Datei private.xml an. Diese könnt Ihr mit einem Texteditor öffnen und editieren. Oder Ihr ladet einfach meine private.xml runter (bitte unbedingt mit »Speichern unter«, da Euer Browser möglicherweise teile der Datei nicht anzeigt) und ersetzt die bestehende damit.

Einstellungen KeyRemap4MacBook (Change Key)Und wenn Ihr das gemacht habt, müsst Ihr nur noch auf dem Tab ganz links in den Einstellungen für KeyRemap4MacBook («Change Key») den Knopf «ReloadXML» drücken und danach in der Liste «Logitech Presenter with Keynote» selektieren und die Einstellungen schliessen.

Ab diesem Zeitpunkt verhält sich Euer Logitech Wireless Presenter (egal ob R400 oder R800) unter Keynote genau so, wie Ihr es erwarten würdet. Ich bin auf jeden Fall ziemlich dankbar für diese elegante Lösung (und habe dementsprechend auch für KeyRemap4MacBook gespendet).

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Portraitworkshop «Available Light»

Franziska Am 21. April 2012 (inzwischen vor guten fünf Wochen) habe ich bei Barbara Hess (Twitter: @pictura / Web: http://www.pictura.ch/) an einem Portraitworkshop teilgenommen. Das Ziel des Workshops war es, zu lernen, wie man mit verfügbarem Licht arbeitet. Ich fand den Gedanken verführerisch, schöne Portraits ohne teure (oder besser: aufwendige) Studioblitzanlagen zu machen.

So gesehen konnte ich mich mit dem Ziel des Workshops identifizieren. Mein eigenes Ziel war allerdings ein anderes: Ich wollte einfach mal ein paar Stunden mit einem Model und unter fachkundiger Anleitung fotografieren. Dabei Stand das Kennenlernen meiner Kamera (einer Nikon D7000, die ich seit 1 ½ Jahren habe) und das Spielen mit Einstellungen und Motiven im Vordergrund.

Ich hatte wenige Wochen zuvor beschlossen, wieder mehr zu fotografieren. Das Arbeiten an und mit Bildern hilft (mir) enorm dabei meinen Blick, mein «ästhetisches Auge» zu schulen. Und das macht es leichter, Designentscheidungen zu treffen. Fotografieren ist also gut für jemanden, der Präsentationen entwirft – und es macht tierisch Spass. Der Workshop war für mich also ein erster Schritt zu mehr Fotografie.

Wie war’s?

Barbara hat für uns das nötige Umfeld geschaffen (Location, Licht, Model) und uns einfach fotografieren lassen. Dabei hat sie uns mit guten Tips, Ideen und Kritik in die richtige Richtung geführt. Sie hat uns gezeigt, wie sie Locations auswählt, was das besondere ausmacht. Auch wo man auf Schattenwurf achten muss und wie das Model geschminkt sein sollte waren Themen.

Und abschliessend haben wir einen kleinen Einblick in die digitale Nachbearbeitung bekommen. Unser Model Franziska (Twitter: @quantenlawine) hat einen sehr guten Job gemacht und war extrem geduldig mit uns.

Mein Fazit

Ich kann nicht sagen, dass der Workshop meine Erwartungen erfüllt hat. Das liegt aber nur daran, dass ich nicht so recht wusste, was ich erwarte. Es hat mir sehr viel Spass gemacht. Barbara ist ein sympathischer, ruhiger (zumindest im Workshop – ich habe den Verdacht, dass sie auch sehr «ausgeflippt» sein kann) und angenehmer Mensch. Sie versteht es, eine gute Atmosphäre sowohl für die sehr heterogene Gruppe der Fotografen (vom professionellen Partyfotografen bis zu mir) als auch für das Model zu schaffen. Der Austausch mit den anderen Teilnehmern war auch sehr positiv. Kurz gefasst: Es war sehr lustig und lehrreich für mich.

Mein Fazit ist, dass ich sicher wieder einen Workshop bei Barbara machen würde und ich es auch jedem empfehle, der Spass an der Fotografie hat und an seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten will.

Barbara hat in ihrem Blog einige sehr wertvolle Tips aus ihrem Workshop zur Portraitfotografie notiert (Portraitfotografie auf Barbaras Blog).

Drei Abschliessende Tips

Damit Ihr bei sowas möglichst viel Spass habt, solltet Ihr vorher drei Kleinigkeiten beachten:

  • – Ihr solltet vorher nachschauen, wie man den Autofokus-Modus Eurer Kamera verstellt oder wenigstens Fragen (Was ich Depp beides nicht gemacht habe, obwohl Barbara die gleiche Kamera hat.).
  • – Ihr solltet die Bilder – wenn möglich – im RAW-Format Eurer Kamera aufnehmen (hab ich natürlich auch nicht gemacht). Grade was die Nachbearbeitung angeht, habt Ihr damit viel mehr Möglichkeiten.
  • – Ihr solltet wissen, wie Ihr ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Blende einstellt (das wusste ich immerhin).

So ein Workshop ist zwar auch eine gute Gelegenheit, die Kamera besser kennen zu lernen, aber es hilft, zumindest die Grundlagen der Bedienung vorher schon im Griff zu haben.

Nachtrag

Portrait Boris BäslerInzwischen habe ich eine (einfache) Studioblitzanlage. Grade für Portraits, die im beruflichen Umfeld gebraucht werden, ist es gut, die Belichtungssituation halbwegs im Griff zu haben. Neben Bildern eines Freundes, die er für seinen Job brauchte, habe ich am vergangenen Wochenende Selbstportraits gemacht.

Das ist in jeglicher Hinsicht eine Herausforderung:

  • – Bin ich überhaupt im Bild? Wie ist die Komposition?
  • – Jetzt bin ich in der richtigen Pose, aber sieht das auf dem Bild dann auch halbwegs aus?
  • – Ich stehe richtig, aber so kann ich mit der Fernbedienung nicht auslösen.
  • – Seh’ ich echt so aus? Ich seh’ doch nicht so aus?

Aber was die grösste Herausforderung war: Nicht elendiglich bei einem Lachanfall zu ersticken, weil die geschossenen Bilder auf einem Bildschirm hinter der Kamera erschienen. Immerhin ist dabei ein Bild mit einem echten Lachen entstanden.

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